Historie
Die Anfänge des Streuobst
Spuren frühester „Kulturäpfel“ fanden sich bei Ausgrabungen in jungsteinzeitlichen Siedlungen. Heute gilt der „Import“ der sogenannten Honigäpfel durch die Römer als Grundstein für den Obstbau. Die Römer beherrschten auch bereits Veredelungstechniken wie z.B. das Pfropfen.
Im Mittelatler kam dann die Anlage von Obstgärten am Rand der Siedlungen in Baumgürtel um die Ortschaften auf, die heute teilweise noch zu erkennen sind. Ab dem 16. Jahrhundert folgte Aus-dehnung des Obstbaus auf die frei Feldflur. Die Verbreitung erfolgte vor allem durch Weitergabe von Reisern und Kenntnisse über deren Kultivierung. Hier finden sich auch erste Dokumente über Obstgartenkulturen in Klöstern und Stadtarchiven. Im 30jährigen Krieg (1618-1648) wurden viele Apfelbäume vernichtet und anschließend mit gezielter Unterstützung durch die Obrigkeit neu kultiviert.
Bis ca. 1800 bleibt der Apfel Teil der direkten Selbstversorgung. Ab dem Beginn des 19. Jahr-hunderts beginnt die Entwicklung der Pomologie (Wissenschaft vom Obst) mit der Beschreibung, Bestimmung und Einteilung in Sorten sowie Kultivierungsanleitungen. In dieser Zeit liegt auch die Gründung viele Pomologenvereine, Gesellschaften und Institute sowie der Beginn des Erwerbsobstbaus.
Die Herkunft der Bezeichnung Streuobstwiese stammt von dem Begriff "Obstbau in Streulage" ab, der nach derzeitigen Erkenntnissen erstmals 1940 für den nicht-gewerblichen, hochstämmigen Obstbau in Schleswig-Holstein verwendet wurde. Bis dahin war und ist in manchen Regionen bis heute die Bezeichnung Obstwiese gebräuchlich. Der Begriff "Streuobstbau" wurde in den 50er Jahren in Abgrenzung zum dann auch in Deutschland zunehmend verbreiteten Niederstamm-Obstbau verwendet.